Schreiner GroupKontaktDrucken
Bottom

Gefahren, Trends und effektive Lösungswege

Fälschungen bekämpfen bevor sie entstehen

Allein in Deutschland entsteht den Markenherstellern durch gefälschte Produkte jährlich ein Schaden von 30 Milliarden Euro. Dieser Umsatz- und Ertragsverlust schwächt die Innovationskraft der Unternehmen und gefährdet Arbeitsplätze. Dabei gilt: Je besser eine Marke im Markt über Innovation und Werbung positioniert ist, desto stärker läuft sie Gefahr, Opfer von Plagiaten, Totalfälschungen oder Gebrauchsmusterverletzungen zu werden.

Im Visier haben Fälscher heute nahezu alle Industrien – auch Lebensmittel und Arzneimittel werden immer häufiger nachgemacht. So schätzt der Aktionskreis Deutsche Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM e.V.), dass bereits 5 – 8 % der im Welthandel befindlichen Waren und Produkte von Marken- und Produktpiraterie betroffen, also gefälscht sind. Die Zentrale Gewerblicher Rechtsschutz der deutschen Zollverwaltung beschlagnahmte in den Jahren 1988 bis 1994 in circa 1.000 Fällen. Mit 7.217 Aufgriffen im Jahr 2005 und 9.164 Aufgriffen im Jahr 2006 werden immer weiter steigende Aufgriffszahlen verzeichnet. Die Imitation von Marken führt zu signifikanten Umsatzverlusten. Noch schwerer aber wiegen meist die Gefährdung der Gesundheit der Verbraucher und der mögliche Imageschaden, wenn vermeintliche Originalprodukte minderer Qualität auf den Markt kommen. Passiert das häufiger, ist die Folge nicht selten ein allgemeiner Vertrauensverlust in die Qualität der Originale. Gefälschte Produkte beinhalten häufig gesundheitsgefährdende Stoffe. Ein gezielter Originalitätsschutz erhöht somit auch die Sicherheit des Endverbrauchers. Wer als Hersteller entsprechende Maßnahmen ergreift, steigert zugleich den Wert und das Vertrauen in die eigene Marke.

Ein interdisziplinäres Schutzsystem ist gefragt

Wer den Fälschern das Handwerk legen will, muss ein umfassendes und aufeinander abgestimmtes Sicherheitssystem aufbauen. Dazu gehören u. a. die weltweite Etablierung der gewerblichen Schutzrechte ebenso wie eine Sensibilisierung der Partnerunternehmen und der eigenen Mitarbeiter für das Thema. Auf Basis einer detaillierten Analyse der Wertschöpfungskette können mögliche Sicherheitslücken aufgedeckt und ein Notfallplan entwickelt werden. Der Einsatz effektiver Technologien zum Originalitätsschutz unterstützt die Echtheitsprüfung durch Experten, Zoll, aber auch durch den Verbraucher. Clever eingesetzt unterstützen Sicherheitstechnologien nicht nur die Authentifizierung, sondern schützen auch vor Manipulationen und führen Beweis über Herkunft, Distributionsweg und die Legitimität in dem jeweiligen Handelskanal.

Um das Gesamtpaket an Sicherheitsmaßnahmen systematisch zu entwickeln und eine erfolgreiche Implementierung sicherzustellen, führt der Weg zu etablierten Spezilisten, die sich ganzheitlich mit dem Thema Fälschungsschutz beschäftigen. Je nach Gefahrenpotenzial können die Verpackung oder das Produkt direkt mit Technologien zum Fälschungsschutz, zur Echtheitsprüfung oder einer Kombination von offenen und verborgenen Merkmalen aus beiden Bereichen ausgestattet werden.

Sicherheitstechnologien müssen effektiv, sicher, wirtschaftlich und flexibel einsetzbar sein.

Die anwendungsorientierte Produktentwicklung soll eine zuverlässige Echtheitsüberprüfung durch Laien und Experten ermöglichen. Effektiv ist das System nämlich nur, wenn die definierte Zielgruppe zuverlässig die Echtheit des Produktes überprüfen kann. Natürlich darf die gewählte Sicherheitstechnologie für Fälscher nicht zugänglich sein. Auch sollen die Kosten der Sicherheitstechnologie in einem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten des Produktes, der Verpackung und den Logistikaufwendungen stehen. Die Flexibilität des Systems wird dadurch unter Beweis gestellt, dass die Sicherheitstechnologie mit wenig Aufwand in bestehende Herstellungsprozesse integriert werden kann.

Zum Schutz vor Fälschungen werden gerne offene, optische variable Sicherheitsmerkmale wie Hologramme eingesetzt. Beliebt sind 2D- oder 3D-Hologramme mit individuellen Motiven. Sie fallen auf, lassen sich mit zusätzlichen Schutzmerkmalen kombinieren und unterstreichen die Wertigkeit des Produkts. Je nach Warenwert lohnt sich die Integration weiterer Originalitätsmerkmale. Das Problem: Produktpiraten fälschen die optisch attraktiven Erkennungsmerkmale heute gleich mit. Für einen ausreichenden Kopierschutz sorgt deshalb erst die Kombination unterschiedlicher offener, verborgener und forensischer Merkmale.

Das Spektrum der technischen Möglichkeiten ist groß. Sicherheitskippfarben wechseln je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel individuell ihren Farbeindruck. Kippfarben werden heute auf über 100 Banknoten weltweit eingesetzt und beweisen Ihre Fälschungssicherheit in der kundenindividuellen Gestaltung.

Angesichts zunehmender Produkthaftungsklagen gewinnen Merkmale zur Echtheitsprüfung am Produkt stetig an Bedeutung. Wichtig sind sie, so Doris Möller vom Aktionskreis der deutschen Wirtschaft gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM e.V.), „gerade für die Rechtsverfolgung und das Aufspüren von Sicherheitslücken.“

Manipulation ausgeschlossen

Für Verpackungen eignen sich zu dem innovative Verschlusssiegel, welche die Erstöffnung durch das unwiderrufliche Erscheinen eines Logos sichtbar machen. Gleichzeitig zeigt das individuelle Firmenzeichen des Herstellers dem Anwender, dass es sich um ein Originalteil handelt.

Verborgen und sichtbar

Für eine Echtheitsprüfung durch eingeweihte Spezialisten des Markeninhabers, von Inspektoren und des Zolls eignen sich diverse verborgene Sicherheitsmerkmale. Unsichtbar in Farbflächen integrieren lassen sich auch digitale Wasserzeichen, deren verborgene Bildinformationen durch spezielle scheckkartengroße Filter lesbar gemacht werden können. Das Spektrum von Merkmalen reicht von speziellen Pigmenten, die erst unter UV- oder IR-Licht sichtbar werden, bis hin zu Micro-Taggants.

Ein weiteres Beispiel für den Einsatz eines verborgenen Merkmals ist LaserSecure, eine mit bloßem Auge nicht erkennbare Markierung, die in die Produktkennzeichnung gedruckt wird. Erst das Infrarot-Spektroskop in Größe eines Feuerzeuges macht die unsichtbare Kennung lesbar. Ein Lichtsignal zeigt die Echtheit der Markierung zweifelsfrei an. Auf diese Weise wird eine zuverlässige und rechtsverbindliche Unterscheidung von Original und Fälschung erreicht.

Echtheitsprüfung via Internet

Um die Distributionskette zu überwachen, Abzweigungen zu erkennen und innerhalb der Lieferketten die Herkunft zu überprüfen, etablieren sich zunehmend Track & Trace Systeme.

Zunehmen arbeiten Branchenverbände an einheitlichen Rückverfolgungssystemen. So hat die Parfümindustrie eine für den Laien unverständliche Codierung auf Ihre Verpackungen gedruckt. Dem Experten verrät der Code die Herkunft der Ware und ob dies auch in dem vereinbarten Vertriebskanal angeboten wird. Die pharmazeutische Industrie prüft eine flächendeckende Kennzeichnung von Arzneimitteln mit einem Datamatrix-Code. Mit diesem 2D-Barcode soll der Apotheker Ursprung und Echtheit prüfen; gleichzeitig verhindert die Registrierung auch einen Abrechnungsbetrug.

Um ohne hohen, jahrelangen Implementierungsaufwand eine Online-Echtheitsprüfung durchführen zu können, hat die Firma Schreiner ProSecure das KeySecure Tracingsystem entwickelt. Mittels einer verschlüsselten Tracingnummer kann über das Internet weltweit eine eindeutige Echtheitsprüfung vorgenommen werden.

Hierzu wird für jedes Produkt als einmaliges Erkennungszeichen ein 15-stelliger, alphanumerischer Sicherheitscode generiert und in Klarschrift oder als Barcode aufgedruckt. Die verschlüsselte Referenz auf das Originalprodukt ist wesentlich sicherer als bei zufallsgenerierten Codes. Durch sie wird das Einzelprodukt zum nachverfolgbaren Unikat.

Der Anwender gibt den aufgedruckten Code im Internet ein und bekommt sofort eine Echtheitsbestätigung. In jeder Phase der Distribution ist die Authentizität sowie Rückverfolgung sichergestellt – und das weltweit. Sollte der Code ungültig sein, was möglicherweise bedeutet, dass das Produkt gefälscht ist, erscheint eine Warnung auf dem Bildschirm. Das System registriert jede Abfrage des Codes und meldet eine Überschreitung der kundenindividuell festgelegten Abfragezahl. Anhand eines Abfrageprotokolls erhält der Hersteller Aufschluss über das Nutzerverhalten.

Als Marketinginstrument kann dieses System ebenfalls wertvolle Dienste leisten, weil der direkte Draht zum Kunden bei der Authentifizierung des Codes auch zur Vermittlung produktspezifischer Informationen genutzt werden kann. Das können Hinweise zur Verwendung des Produkts sein, Informationen über die Haltbarkeit oder Garantiefristen. Die Geheimnummernprüfung durch den Verbraucher bietet zudem Ansatzpunkte für Kundenbefragungen, Service- oder Promotionaktionen sowie Kundenbindungs-Programme.

Unabhängig davon, welche Sicherheitstechnologie nun für den Markenschutz eingesetzt wird: Längst haben viele renommierte Hersteller von Markenartikeln erkannt, dass sie mit dem Einsatz verhältnismäßig geringer Mittel den Wert ihrer Marke und damit auch den Umsatz ihres Unternehmens sichern können. Oft gelingt es Markeninhabern sogar, bereits an Fälscher verlorene Marktanteile durch effektiven Originalitäts- und Wertschutz zurück zu gewinnen. Die fälschungssichere Ausstattung eines Produkts erhöht oder erneuert aber nicht nur das Kundenvertrauen, sondern hilft Zoll, Handel und Experten auch dabei, Produktpiraten zu überführen und Abzweigungen aus der Distributionskette nachzuweisen. Von der erfolgreichen Abwehr von Gewährleistungsansprüchen im Schadensfall ganz zu schweigen.


Für weitere Informationen:
Schreiner ProSecure, ein Geschäftsbereich der
Schreiner Group GmbH & Co. KG
Bruckmannring 22
D-85764 Oberschleißheim
Tel. +49 89 31584-5428
Fax +49 89 31584-5317
info@schreiner-prosecure.de
www.schreiner-prosecure.de